Sandra Bullock lernt ihre Lektion
Sandra Bullock mag zwar
mit Erfolgen wie “Speed” und “Während
du schliefst” zu America's Sweetheart
geworden sein, sie weiß aber auch, daß ihre
Beliebtheit nach den letzten Enttäuschungen wie „Speed
2“, „In Love and War“ und „Gestohlene Herzen“,
gelitten hat.
Als ungebrochene Optimistin
hat Bullock aus ihren negativen Erfahrungen gelernt. Sie hat damit begonnen
ihre eigenen Filme zu produzieren und hat ihre ganze Kraft in ihren neuesten
Versuch investiert: Die vergleichsweise günstige Rückkehr zum Geborgenheitsdrama
„Eine zweite Chance“, die am 29 Mai anläuft.
Bullock hat den Schmerz
mit “Speed 2” unterzugehen noch nicht
vergessen, aber die eigentlichen Dreharbeiten hat sie als Riesenspaß in
Erinnerung.
“ ‚Speed 2’ war mit Abstand die beste Erfahrung im Leben,
die ich jemals hatte, mit einigen meiner besten Freunde über sechs Monate.
Wir haben Dinge gatan, die du sonst im Leben niemals
tun kannst. Der Kompromiß sieht so aus: Mein
Leben wurde dadurch besser aber meine Karriere hat dafür einen steilen
Sturzflug gemacht. Meine Karriere kam zu einem Stop,
was tatsächlich das beste war, dass ihr passieren
konnte.“
“Ich mag das
Produzieren im Augenblick viel mehr als die Schauspielerei,”
fügt sie hinzu. „Ich bin im Augenblick besser darin, weil ich in
diesem Bereich mehr zu geben habe. Eine Menge davon ist Verwaltung, das
Verhindern von Schaden und kreatives Denken. Es gibt da einen Sinn für
Panik und wenn nur eine Sache schief läuft kann das alles über den
Haufen werfen. Das ist wie ein Rausch für mich.“
Filme zu machen besteht
aus einer Reihe von Lektionen, die Sandra Bullock lernen musste. Beginnen wir
fast am Anfang, bei „Love Potion No. 9“.
Hier lautete ihre Lektion niemals falsche Zähne zu tragen. „Sie
haben meine Zähne krumm gemacht,“ sagt sie
mit einer Grimasse.
“Eine andere
Lektion heißt ‚NEIN!’ sagen zu lernen. ‚Nein’
sollte das stärkste Wort in deinem Vokabular sein. Daß
habe ich von Jason Patric gelernt, der mich jahrelang in den Hintern getreten
hat, bis ich lernte, bei der Arbeit ‚Nein’ zu sagen. Er hat mir
gesagt, daß meine Arbeit schlecht war, weil ich
Ihnen erlaubt hatte sie schlecht zu machen.
Die dritte Lektion die
ich gelernt habe, ist niemals Filme auf Video zu schauen. Schau dir Filme auf
der Leinwand an, weil Filme nicht für Video gemacht sind. Filme sind
für subtile kleine Nuancen gemacht. Die Berührung einer Hand, die
Bewegung eines Auges sind es die der ganzen Szene eine andere Richtung geben.
Aber wenn dein Fernsehschirm schlecht eingestellt ist und du ein dreimal
kopiertes Video ansiehst, dann siehst du diesen Blick nicht und du weißt
nicht, warum sich diese Szene ganz plötzlich so entwickelt.
Auf den Weg zum Erfolg wurde
Sandra Bullock Filmen im Allgemeinen überdrüssig. Erst vor kurzem hat
sie damit begonnen ihre Liebe zur Filmkunst wiederzuentdecken.
“Ich stellte fest, daß ich mir seit einem Jahr keine Filme mehr angesehen
hatte, weil ich dessen so überdrüssig war und sie nicht genossen habe,“ gibt sie zu. „Jetzt sehe ich mir alles an.
Ich schaue jeden Film und ich liebe sogar schlechtes Fernsehen. Ich liebe schlechtes
Kabelfernsehen morgens um drei, weil ich herausfinden will, warum es schlecht
ist. Wenn du dir nur gute Filme ansiehst hast du nichts zum Vergleichen.
Ihre Lieblingslektionen
kommen von ihren Kollegen. „Ich liebe es mir die Leistungen anderer
anzusehen,“ endet sie. „Ich habe mir gerade
wieder ‚To Die For’ angesehen und Nicole [Kidman] ist so gut, so
verdammt gut, das macht mich krank. Ich bin gerade so stocksauer auf sie! Aber
es ist großartig Leistungen wie diese zu sehen, weil es mir Kraft gibt. Es
bringt mich dazu, es noch härter zu probieren.
© 1998 by Hollywood Online
übersetzt von Marko von der Heide